Tipps zur Pferdefotografie

Reflektor

Gutes Licht ist alles - wie man sich helfen kann

Das richtige Licht ist nicht nur in der Pferdefotografie das A und O, sondern in der Fotografie überhaupt. Was vielleicht mitunter als "eben da" angenommen wird, ist ein Gestaltungsmittel aller erster Güte. Aber was tun, wenn die Be- und Ausleuchtung nicht stimmt? Ich fange mir das Licht ein. Und zwar mit einem Reflektor. Wer hat in seinen Kindertagen nicht zum Schabernack jemanden mit einem Spiegel geblendet. Nichts anderes tut man mit dem Reflektor, den es in verschiedenen Farbtönen bzw. Folienarten gibt. Zum einen kann damit das Fotomodell aufgehellt werden und zum anderen ermöglicht ein Reflektor einmalige Aufnahmen gegen das Licht. Ziel sollte dabei immer sein, den Lichtakzent in das schöne Pferdeauge zu lenken.

Portrait mit Reflektor Ein wenig Übung erfordert es schon, aber bald klappt das ganz routiniert. Viel problematischer finde ich persönlich, dass man immer einen Helfer fürs Reflektieren benötigt. So lässt es sich nicht vermeiden, ab und an ohne dem Zauberlicht zu arbeiten.

Bei diesem Bild ist sehr schön zu erkennen, wie sich der Lichtpunkt im Auge wiederfindet und dem ansonsten wunderschönen Pferdekopf noch das I-Tüpfelchen aufsetzt. Hier habe ich gegen die Sonne fotografiert und mit dem Reflektor a) den gesamten Kopf aufgehellt und b) den -wie ich finde- sehr schönen Akzent im Auge gesetzt.

Um den Unterschied zu verdeutlichen, zeige ich im nächsten Bild, wie es ohne Reflektor aussieht. Licht- und Fotosituation waren gleich. Nur der Reflektor war gerade nicht zur Stelle.

Pferdeportrait ohne Refelktor Zwar konnte ich hier das Streiflicht sehr schön einfangen, welches den Mähnenkamm wie einen Heiligenschein erstrahlen lässt. Aber die Augen sind beinahe glanzlos. Mit dem refelktierten und richtig platzierten Licht wäre das Bild um Klassen besser. Zum Glück besticht dieses Pferd mit seiner außerordentlichen Schönheit ;)

Rettungsfolie Nun hat vielleicht nicht jeder sofort einen Reflektor parat. Oder der Reflektor ist zu Hause, weil er vergessen wurde. Für diesen Fall habe ich einen weiteren Tipp, nämlich die Anschaffung und Verwendung einer Rettungsdecke. Die ist ultraleicht, auf einer Seite gold- und auf der anderen Seite silberglänzend. Klitzeklein zusammengepackt kann sich diese "Reflektordecke" ständig im Fotorucksack befinden und ist somit immer zu Stelle. Die Rettungsdecken gibt es zum Beispiel in Apotheken und sie kosten nicht viel. Im besten Fall ist dieser Alternativreflektor auch ohne Helfer zu verwenden, da er möglicherweise an günstiger Stelle aufgehangen werden kann. Und bei gelangweilt schauenden Pferdemodells sorgt diese Folie gleichzeitig für die nötige Aufmerksamkeit ;) Viel Erfolg beim Ausprobieren.




Pferdepflegerin wischt dem Schimmel die Nase ab

Beste Voraussetzungen für gelungene Pferdeportraits

Ein gutes Pferdefoto gelingt nur, wenn das Pferd auch richtig geputzt ist. Bei Portraits spielt das Gesicht die Hauptrolle. Ich habe dazu ein paar nützliche Helfer im Gepäck. Die schmutzige Pferdenase lässt sich prima mit einem feuchten Tuch reinigen. Hier eignen sich herkömmliche Baby-Feuchtücher ganz wunderbar. Der "Duft" lässt die Pferde auch meist kurz verharren, sodass die Nase gut ausgeputzt werden kann.

Baby-Feuchttücher Ganz praktisch ist auch, dass diese Feuchttücher in jedem Supermarkt und jeder Drogerie erhältlich sind und den Geldbeutel kaum beanspruchen. Und was der zarten Babyhaut gut tut, schadet unseren Pferden auch nicht.

Pferdepflegerin cremt die Nase des Pferdes ein Nach der Reinigung der Pferdenase macht es sich fürs Foto sehr gut, wenn die zarte Nase noch ein wenig eingecremt wird. So erhält sie Glanz und Feuchtigkeit. Kein Staub stört den guten Gesamteindruck unseres Portraits. Dabei mag ich es jedoch nicht so arg, wie es oftmals in der Araberszene gehandhabt wird. Ein wenig Ringelblumencreme reicht vollkommen aus. Vor allem dunkle Nasen kommen so wunderbar zur Geltung.

Ringelblumensalbe für die Pferdenase Auch hier kaufe ich im Drogeriemarkt eine preiswerte Tube Ringelblumencreme ein. Die pflegt empfindliche Haut gleich noch mit. Und wer es ausprobiert, wird schnell merken, dass den Pferden dieser Duft ganz besonders gefällt :)
Unserem ganz besonderen Pferdeportrait steht nun nichts mehr im Weg. Viel Erfolg beim Ausprobieren.


                                                                             Schimmelportrait vor Rosenhecke




Ein gelber Sack ist ein gutes Hilfsmittel in der Pfedrefotografie

Ein wertvolles Hilfsmittel

Als PferdefotografIn fotografiert man überwiegend im Freien und befindet sich meist am Boden. Sei es auf einem Knie kniend oder auf beiden, auf dem Bauch liegend oder auf dem Rücken. Der schlaue Fotograf zieht sich entsprechend bequem und pflegeleicht an. Trotzdem möchte niemand gern zu dreckig heim kommen. Ganz zu schweigen von den Zeiten, in denen es nass oder schlammig ist. Gut ausgerüstet ist man z.B. mit einer Iso- oder Gymnnastikmatte. Wenn die im Auto ständig mitfährt, kann sie auch benutzt werden ;)

Die schnelle und völlig kostenlose Lösung ist eine große Mülltüte oder ein "gelber SacK". Ganz klein zusammengefaltet nimmt so ein Sack keinen Platz weg und ist die immer-dabei-Variante. Schnell hervorgeholt und unter das Knie gesteckt bleibt die staubige, nasse oder gar schlammige Hose außen vor.

Ein gelber Sack bildet die Unterlage, auf die man sich bei der Pferdefotografie schnell drauflegen kann Nach dem Fotoshooting muss bei einem "gelben Sack" nix gereinigt werden. Ab in den Plastikmüll damit. Die Hose ist saubergeblieben und kann beim nächsten Fotoshooting wieder angezogen werden. Wir Fotografinnen haben ja schließlich noch mehr um die Ohren, als die geliebte Pferdefotografie. Ich persönlich versuche deshalb so effizient wie nur möglich zu arbeiten :)

Außerdem ist so ein Raschelsack auch ein ganz prima Ding, um die Aufmerksamkeit des einen oder anderen edlen Pferdes zu erhalten. Also, steckt euch so eine gelbe Rolle in euer Fotoequipment und seid für alle Tage gewappnet.

Junges Pferd schnuppert neugierig an einer Plastiktüte